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Russland

Am Samstag nach einer wunderbaren Nachtfahrt und vor allem einem sehr schönen Sonnenaufgang liefen wir um 17:00 Uhr in den Hafen Novorossysk ein. Die Fahrt war problemlos.
Südlich von Anapa bis Novorrosysk ist das Meer sehr fischreich, was zur Folge hat, dass sich hier viele Fischtrawler mit und ohne Beleuchtung aufhalten.
An der russischen Küste wird vor der Bora gewarnt, die hier zwischen 01:00 Uhr und 13:00 Uhr mit Bft. 6 - 8 von den Bergen wehen kann.
Wir haben leider nur einen kleinen Teil von dem stürmischen Wind mitbekommen, es reichte um uns etwas schneller voranzutreiben als geplant.
Da ein Teil der Rallyeteilnehmer noch nicht hier war, legten wir uns vor dem Hafen auf Reede und warteten auf den Rest der noch fehlenden Yachten.
Bei Bora ist das Einlaufen in den Hafen sehr gefährlich und wird von der Hafenverwaltung nicht immer genehmigt.
Um 16:30 Uhr liefen alle Yachten gemeinsam in den Novorossysk Yacht Club 7 Feets ein.
Es ist eine etwas verkommene Anlage mit einem in der Mitte des Hafens liegenden Wrack. Mooringleinen sind keine vorhanden, Anker ausbringen nicht möglich, also alles ins Päckchen.
Damit der Druck auf die innenliegenden Yachten nicht zu groß wird, brachten Clubmitglieder lange Querleinen zum halb aus dem Wasser ragenden Wrack aus.
Nachdem alle Yachten fest und sicher vertäut waren, die Einreiseformalitäten wie Visa, Paßstempel und Gesundheitszeugnis abgehakt, ging es zum offiziellen Empfangscocktail.
Beim offiziellen Teil sahen wir eine sehr gute Volkstanztruppe sowie Ballettaufführungen mit musikalischer Unterstützung, so das der Abend und die Nacht recht kurzweilig wurden.
Nach dem offizellen Teil folgte die erste richtige rußische Feete. Mal traf man sich auf einem russischen Segler, mal beim Tanz und überall Bier, Wein und Wodka bis zum Abwinken.
Für uns sehr erstaunlich war die Trinkfestigkeit der russischen Frauen, ein Liter Wodka konnte ihnen nichts anhaben, wogegen die Seemänner reihenweise aus den Latschen kippten.
Es gab die tollsten Überraschungen, ganz verstockte und vertrocknete Salzbuckel fanden sich auf der Tanzfläche ein, schwangen ihre vom Seegang etwas torkelnden Beine und hüpften im Takt der Musik. Eine tolle Party die für die letzten erst bei Sonnenaufgang endete.
Am Morgen wurde für die nicht Allzumitgenommenen eine Stadtrundfahrt mit Museumsbesuch arrangiert. Der nicht teilnehmende Rest traf sich im Supermarkt beim Einkaufen.
Rallyesegeln ist kein Vergnügungsbummel, der Start für die nächste Etappe wurde auf 16:00 Uhr festgelegt. Nach dem einige Beamte mit großen Uniformmützen uns mit Papierkram eingedeckt hatten ging es etwa 2 Stunden später tatsächlich los.
Um Punkt 17:28 überfuhren wir die Startlinie bei einer herrlichen Brise von Bft 3 und strahlend blauem Himmel. An beiden Seiten der durch Kreuzer der Marine gekennzeichneten Startlinie tümpelten jede Menge russische Segler, Fischer und Motorbootfahrer. Einige der Segler gingen die ersten 20 - 30 sm mit auf die Strecke. Der Abschied viel an Land sowie auf mancher Yacht sehr schwer. Mit winken und Tränen in den Augen ging es weiter in die 120 sm entfernte Stadt
Sochi.
Die Nacht brachte erstmals unsichtiges Wetter, leichte Nebel behinderten die Sicht. Für uns bedeutete es einen Ausguck mehr zur Nachtwache abzustellen.
Der Zieleinlauf erfolgte um 15:00 Uhr. Exakt nach Planung rauschten wir unter Vollzeug über die Linie.
Im Hafen von Sochi wurde eine ganze Pier vor der wunderschönen Stadt für uns freigeräumt, so daß wir ohne Probleme römisch-katholisch mit 70 Meter Ankerkette mit dem Heck anlegen konnten. Die kleineren Yachten, ohne großen Tiefgang wurden in den etwas ruhigeren Innenhafen gelegt.
Nach dem, die uns nun schon vertrauten Uniformierten, alle Yachten und ihre Besatzung abgefertigt hatten, ging es um 19:30 Uhr in den am anderen Ende der Stadt liegenden Yachtclub.
Eine Folkloregruppe empfing uns auf dem Vorplatz des sehr großzügigen Clubgelände mit doch zum Teil bekannten Persönlichkeiten aus der Regatta- und Weltumseglerszene.
Nach dem die offiziellen Reden beendet waren ging es an das kalt - warme Buffet und anschließend zum Tanz.
Zu später Stunde brachte der Bus fast alle wieder nach Hause, nur wir saßen noch in der Präsidentensauna und hatten später alle Mühe wieder zum Hafen zurück zu kommen. Am nächsten Tag machten wir eine kleine Rundreise mit dem absoluten Höhepunkt, dem Besuch von Stalins Dacia. In seiner ganzen Größe sitzt er, vom Londoner Wachsfigurenkabinett extra hergestellt, an seinem original Schreibtisch umgeben von einer Vielzahl von Requisiten aus seiner Zeit.
Der Start für die nächste Etappe wurde auf 15:00 Uhr festgelegt. Eines wurde uns allen klar, Sochi ist ein wunderbare, reiche Touristenstadt.
Wenn man irgendwelche Gelüste stillen möchte, in Sochi kein Problem, vom Schmuck über Mode bis zu den ganz edlen Teilen aus aller Welt ist hier alles vorhanden. Rußland bietet in dieser seit Jahrhunderten vom Tourismus geprägten Gegend was das Herz sich wünscht, natürlich auch nur wenn man genügend Rubel oder Dollars bei sich hat.
Unser nächstes Reiseziel heißt
Poti, liegt 150 sm entfernt und gehört zu Georgien.


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